Nachlass – einfach erklärt
Was gehört zum Nachlass, was nicht? Eine verständliche Übersicht zu Vermögen, Schulden, digitalem Nachlass, Vermächtnis und Auflage.
Was gehört zum Nachlass?
Als Nachlass bezeichnet man das vererbliche Vermögen einer verstorbenen Person. Mit dem Tod geht es auf die Erben über. Juristisch spricht man von der Gesamtrechtsnachfolge .
Zum Nachlass gehören sowohl Vermögenswerte (z. B. Bankguthaben, Immobilien, Hausrat, Wertgegenstände oder Forderungen) als auch Schulden (z. B. Kredite oder offene Rechnungen).
Auch Urheberrechte an Büchern, Fotografien, Musik oder anderen geschützten Werken können vererbt werden. Die Erben treten grundsätzlich in die Rechtsstellung des Urhebers ein (§ 28 UrhG).
Zum Nachlass können außerdem Unterhaltspflichten gehören.
Höchstpersönliche Rechte und Pflichten sind dagegen meist nicht vererblich, etwa ein persönliches Wohnungsrecht oder ein Ehrenamt. Bei Mitgliedschaften kommt es auf die jeweilige Regelung an.
Zum Nachlass können auch digitale Konten und Daten gehören. Mehr dazu erfährst Du beim Thema digitaler Nachlass.
Vermächtnis, Auflage, Bedingung oder Teilungsanordnung?
Mit diesen Anordnungen kannst Du in einem Testament unterschiedliche Dinge regeln.
Vermächtnis: Jemand soll etwas Bestimmtes erhalten
Du bestimmst zum Beispiel, dass Deine Nichte 5.000 Euro erhält. Sie wird dadurch nicht Erbin, sondern kann von den Erben die Auszahlung verlangen. Das Geld gehört zunächst zum Nachlass. Ein Vermächtnis unterscheidet sich dadurch von einer Schenkung auf den Todesfall.
Einen gut lesbaren Einstieg und eine Vertiefung zum Thema Vermächtnis findest Du bei Finanztip .
Auflage: Ein Erbe soll etwas tun
Du kannst Deinen Erben verpflichten, Dein Grab pflegen oder Dein Haustier versorgen zu lassen. Anders als beim Vermächtnis erhält die begünstigte Person dadurch nicht automatisch einen eigenen Anspruch auf eine bestimmte Leistung. Die Erfüllung einer Auflage können aber bestimmte Berechtigte, etwa Erben, verlangen.
Bedingung: Eine Zuwendung hängt von einem Ereignis ab
Du kannst zum Beispiel bestimmen, dass Dein Enkel eine Zuwendung erst erhält, wenn er ein bestimmtes Alter erreicht. Oder Du legst fest, dass sie entfällt, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Bedingungen dürfen nicht gegen ein Gesetz oder die guten Sitten verstoßen.
Teilungsanordnung: Erben sollen bestimmte Gegenstände erhalten
Du kannst festlegen, wer von mehreren Erben zum Beispiel das Auto und wer das Ferienhaus erhalten soll. Die Erbquoten bleiben dadurch grundsätzlich unverändert. Wenn die Gegenstände unterschiedlich viel wert sind, kann ein Ausgleich nötig sein.