Erbvertrag – das Erbe schon zu Lebzeiten festlegen
Der Erbvertrag ist eine Alternative zum Testament. Damit kannst Du mit einer anderen Person verbindlich festlegen, wer nach Deinem Tod erben soll. Das kann Planungssicherheit geben, schränkt spätere Änderungen aber ein.
Erbvertrag
Was ist ein Erbvertrag?
Mit einem Erbvertrag kannst Du eine Person als Erben einsetzen, Vermächtnisse anordnen oder Auflagen festlegen (§ 1941 BGB). Vertragspartner können sich auch gegenseitig oder eine dritte Person bedenken.
Was kann ein Erbvertrag Dir bringen?
Ein Erbvertrag kann Dir Planungssicherheit geben. Du triffst die Regelungen gemeinsam mit einer anderen Person und kannst Erwartungen frühzeitig klären.
Das kann sinnvoll sein, wenn Du jemanden besonders absichern möchtest: zum Beispiel Deinen Ehepartner, Deinen nichtehelichen Lebensgefährten, einen pflegenden Angehörigen oder ein Kind, das schon zu Deinen Lebzeiten Verantwortung für eine Immobilie oder einen Betrieb übernimmt.
Passt ein Erbvertrag zu Deinen Zielen?
Ein Testament kannst Du grundsätzlich allein ändern oder widerrufen (§ 2253 BGB). Ein Erbvertrag kann Dich dagegen an die Vereinbarungen binden. Das gilt für die Regelungen, die Du verbindlich mit der anderen Person triffst.
Frage Dich vor dem Abschluss: Passt diese verbindliche Regelung zu Deinen Zielen? Welche Änderungen möchtest Du Dir vorbehalten, falls sich Deine Lebenssituation verändert?
Änderung oder Aufhebung
Verbindliche Vereinbarungen kannst Du grundsätzlich nur gemeinsam mit der anderen Vertragspartei aufheben (§ 2290 BGB). Nach dem Tod einer Vertragspartei ist eine gemeinsame Aufhebung nicht mehr möglich.
Wenn Du Dir mehr Flexibilität sichern möchtest, vereinbare ausdrücklich ein Rücktrittsrecht oder einen Änderungsvorbehalt. Ein vertragliches Rücktrittsrecht besteht, wenn Du es im Erbvertrag vorbehalten hast (§ 2293 BGB).
Solche Regelungen können wichtig werden, wenn sich Deine Lebenssituation anders entwickelt als erwartet – etwa durch Pflegebedürftigkeit, Trennung, Streit, Vermögensverlust oder eine neue familiäre Situation.
Warum brauchst Du einen Notar?
Ein Erbvertrag muss notariell beurkundet werden. Ein handschriftlicher Erbvertrag genügt nicht (§ 2276 BGB).
Der Notar erklärt Dir die Tragweite des Vertrags und hilft dabei, die Vereinbarung in die vorgeschriebene Form zu bringen.
Mehr zum vertraglichen Vererben
Wann ein Erbvertrag eine Alternative zum Testament sein kann und was dabei zu beachten ist, erfährst Du zum Beispiel beim BR Fernsehen .