Unterhalt zwischen Großeltern und Enkeln
Musst Du für Deinen Enkel zahlen? Kann das Sozialamt Dich heranziehen? Großeltern und Enkel können einander zwar unterhaltspflichtig sein. Für den privaten Anspruch und den Zugriff des Sozialamts gelten aber unterschiedliche Regeln.
Musst Du für Deinen Enkel Unterhalt zahlen?
Grundsätzlich sind Verwandte in gerader Linie einander zum Unterhalt verpflichtet (§ 1601 BGB). Eltern stehen jedoch vor Großeltern in der Pflicht. Großeltern können daher erst dann herangezogen werden, wenn die Eltern nicht leistungsfähig sind. In seltenen Fällen kann eine Ersatzhaftung auch greifen, wenn ein Unterhaltsanspruch gegen die Eltern im Inland nicht oder nur erheblich erschwert durchgesetzt werden kann (§ 1607 BGB).
Voraussetzung ist außerdem, dass Dein Enkel bedürftig und Du selbst leistungsfähig bist. Die Rangfolge der unterhaltspflichtigen Verwandten regelt § 1606 BGB.
Kann das Sozialamt Unterhalt von Dir verlangen?
Erhält Dein Enkel Sozialhilfe nach dem SGB XII, kann das Sozialamt einen Unterhaltsanspruch gegen Dich grundsätzlich nicht auf sich überleiten und für seine Aufwendungen geltend machen. Großeltern und Enkel sind Verwandte zweiten Grades; für solche Ansprüche schließt § 94 SGB XII den Anspruchsübergang aus.
Das beseitigt eine mögliche private Unterhaltspflicht nicht. Ein Unterhaltsanspruch kann also unter den genannten Voraussetzungen zwischen Deinem Enkel und Dir bestehen; das Sozialamt kann ihn grundsätzlich nicht an Deiner Stelle geltend machen.
Muss Dein Enkel für Dich Unterhalt zahlen?
Auch Enkel können ihren Großeltern gegenüber unterhaltspflichtig sein. Zunächst sind aber die Kinder der Großeltern – also meist die Eltern der Enkel – als nähere Verwandte vorrangig. Erst wenn sie nicht oder nicht ausreichend zahlen können, kann ein Anspruch gegen Enkel in Betracht kommen.
Auch dafür musst Du bedürftig und Dein Enkel leistungsfähig sein. Bezieht die berechtigte Person Sozialhilfe nach dem SGB XII, kann das Sozialamt einen Anspruch gegen Enkel als Verwandte zweiten Grades grundsätzlich nicht auf sich überleiten.
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